Der Noriker (Pinzgauer/Süddeutsches Kaltblut)

Geschichte:
Es wird vermutet, dass der Noriker von römischen Pferden abstammt. Die Römer sollen beim Vordringen in die Alpen eine Pferdezucht betrieben haben um Nachschub für ihre Truppen zu haben. Die dort vorgefundenen Ponys waren zwar auch kräftig, aber nicht für den Legionärseinsatz geeignet. Aufzeichnungen rühmten später das kräftige Pferd in der Provinz Noricum, von welcher der Noriker auch seinen Namen hat. Noch heute befindet sich hier -heute Pinzgau- die Hauptzuchtstätte der Noriker.
Schon in der Zeit von Kaiser Karl dem Großen (742-814 n.Chr.) wurden die Noriker als hervoragende Streitrösser gelobt.
1565 fasste der Erzbischof den Beschluss, im Pinzgau eine Hengststation einzurichten. 1575 wurde dann das erste Gestüt auf Schloss Rief bei Hallstein eingerichtet, es bestimmte die Zucht in den follgenden 200 Jahren massgeblich mit. Mit der Zeit folgten weitere Gestüte und Hengststationen.
1655 beschloss der Erzbischof ein strenges Ausfuhrverbot, im Jahre 1688 folgte der Beschluss, dass inländische Stuten nicht mehr von auslämdischen Stuten bedeckt werden dürften. Es wird dennoch vermutet, dass bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ausländische Hengste eingekreuzt wurden.
Im Jahre 1703 wurde die Musterung aller privaten Hengste angeordnet, damit gab es die erste Körungsvorschrift für diese Rasse.
1809 erlitt die Rasse einen schweren Schlag, da mit der französischen Invasion die besten Pferde an die Eindringlinge fielen. In dieser Zeit wurden viele Norikerhengste nach Bayern verkauft bis 1840 wieder ein Ausfuhrverbot eingeführt wurde. Ab 1884 wurde nach fehlgeschlagenen Einkreuzugsversuchen endlich eine Reinzucht betrieben.
1903 erschien das erste Stutbuch mit 435 eingetragenen Hengsten und 1081 Stuten. !906 erschien der zweite und 1928 der dritte Band.
1948 erhielt der Noriker in Deutschland den Namen "Süddeutsches Kaltblut" durch die DLG (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft).

Das Brandzeichen:
Als Brand hat der Noriker eine Edelweissblüte in dessen Innern ein Buchstaben für das Zuchtgebiet steht: P für Pinzgau, T für Tirol und A für Alpenland. Der Brand befindet sich auf dem linken Hinterbein. Neben dem Edelweiss wird der Noriker auch mit einer Nummer auf der rechten Halsseite gekennzeichnet.

Bestand:
Der geschätzte Bestand der Noriker beträgt ca. 8.000 Tiere. Er ist in Österreich, Deutschland und Pakistan vorzufinden. Sie weisen das größte geschlossene Zuchtgebiet auf.

Vielen Dank an Irene vom Reiterhof Brandstätter, die mir diese und viele weitere Fotos zur Verfügung gestellt hat.

Heimat: Pinzgau / Österreich
Ursprung: Mittelalter
Blut: Kaltblut
Einfluss auf die Zucht: spanische und burgundische Hengste
Stockmaß: 155 - 170 cm
Farbe: Füchse, Rappen, Braune, Tigerschecken, Grauschimmel (Mohrenköpfe)
Exterieur: großer Kopf mit leicht geramsten Profil; kurzer, kräftiger Hals; kurze, steile, kräftige Schulter; gut bemuskelte Hinterhand; gespaltene, abgeschlagene Kruppe; tief angesetzter Schweif; starke, harte Hufe; starkes, trockenes Fundament; oft leichte Stellungsfehler
Charakter: fromm, gutmütig, zuverlässig, ruhig, genügsam
Verwendung: Freizeitpferd, Rückepferd, Arbeitspferd, Kutschpferd, Schlachttier
Bewegung: frei, raumgreifend, trittsicher