Das Maul

Die Zähne

Eine umstrittene Methode das Alter eines Pferdes zu bestimmen, beschäftigt sich mit den Zähnen. Hierzu werden die sechs Schneidezähne untersucht. Wie auch andere Säugetiere hat das Pferd in seinem Leben Milch- und bleibende Zähne. Sobald das Fohlen beginnt Gras zu fressen nutzen sich die Milchzähne schnell ab. Die folgenden bleibenden Zähne haben anfangs nur kurze Wurzeln und hohe Kronen.

Die zwei Schneidezähne (Zangen) sind schon durchgestoßen wenn das Fohlen erst vier Wochen alt ist, teilweise jedoch schon bei der Geburt. Die Mittelzähne folgen nach 6 Wochen, die Eckzähne nach 6-9 Monaten. Die Milchzähne sind weiß und gerade, sie verjüngen sich zur Basis hin.

Die bleibenden Zähne wachsen bei einem Pferd ca. zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr. Der Zahnwechsel beginnt mit den Zangen, danach folgen Mittel- und Eckzähne. Die bleibenden Zähne sind (im Gegensatz zu den Milchzähnen) gelb. Mit sechs Jahren entwickeln männliche Pferde die sogenannten Hackenzähne.

Auch nach dem vollendeten Wachstum der Zähne kann man das Alter bestimmen, durch die Abnutzung hat sich die Höhe der Eckzähne abgenutzt, mit sieben Jahren bekommen sie eine hakenförmige Gestalt (Einbiss), ebenfalls beginnt sich auch die dunkle Linie (Zahnsternchen) zu entwickeln. Im Alter von acht Jahren verschwindet der Einbiss. Mit neun Jahren ist die dunkle Linie an den Beißrändern der Zähne zu sehen.

Mit neun Jahren erscheint auch eine Längsfurche (die Galvayne-Rinne) an den oberen Eckzähnen in der Nähe des Gaumens. Das Wachstum dieser Rinne deutet auf das zunehmende Alter hin. Ein anderes Zeichen hierfür ist die Neigung der Zähne. Die Galvayne-Rinne erstreckt sich mit 15 Jahren über den halben Zahn.

Den unteren Rand erreicht die Längsfurche mit 20 Jahren und beginnt mit der selben Geschwindigkeit mit der sie gewachsen ist wieder zu verschwinden. Zwischen 20 und 25 Jahren erreicht die Neigung der Zähne ihren Höhepunkt.

Mit 30 Jahren ist die Galvayne-Rinne vollkommen verschwunden.

Durch Deutung all dieser Hinweise ist eine Altersbestimmung möglich, ist jedoch das Alter von acht Jahren erreicht sind diese Methoden nicht mehr so sicher, nach 15 Jahren wird die Altersbestimmung durch Zahnanalyse nochmals unsicherer.

Der Geschmackssinn

Der Geschmackssinn ist eng mit dem Geruchssinn verbunden. Behagt dem Pferd der Geruch etwas Fressbaren, so wird es mit seinem Geschmack entgültig zwischen fressbar und ungenießbar entscheiden. Leider erkennt das Pferd jedoch nicht ob eine Pflanze giftig ist oder nicht. Manche Pferde sind Allesfresser, die meisten mögen jedoch keine scharfen Dinge wie Eukalyptus oder Thymian, andere jedoch sind ganz verrückt nach Pfefferminzbonbons. Fast alle mögen Zucker, Salz und Honig und angeblich mögen viele auch sehr gerne Bier - besonders Malzbier (habe ich noch nie ausprobiert!). Auch ausländisches Obst wie z.B. Bananen mögen Pferde meist gerne, Bananen haben zudem den Vorteil, dass man in ihnen die so oft verhassten Medikamente leicht "verstecken" kann.

Der Tastsinn

Auf der Oberlippe hat das Pferd pro cm² mehr Nervenenden als der Mensch an seinem Finger. Hiermit besitzt das Pferd an der Oberlippe einen hervorragenden Tastsinn mit dem es ihm möglich ist einen Teil ungenießbare Dinge (ungenießbar im Sinne von giftig, aber auch im Sinne von "das mag ich nicht") aus dem Essen auszusortieren.

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