Das Auge

Das Pferd nimmt seine Umwelt in siebenfacher Vergrößerung und mit abstrakten Linien wahr. Die meisten Lebewesen haben eine gleichmäßig nach innen gewölbte Netzhaut und einen leistungsfähigen Ziliarmuskel (verändert die Form der Linse - benötigt zum Scharfstellen), das Pferd jedoch besitzt eine ungleichmäßig gewölbte Netzhaut und einen schwachen Ziliarmuskel, daher erfolgt das Scharfstellen bei ihm zusätzlich durch Heben und Senken des Kopfes.

Hebt das Pferd den Kopf, so trifft das Licht auf die am weitesten von der Linse entfernten Teile der Netzhaut, das Pferd erkennt nun relativ scharf nahe Gegenstände. Senkt das Pferd den Kopf, so sieht es entfernte Gegenstände scharf und bei gerader Kopfhaltung (was auch sonst) Gegenstände in mittlerer Entfernung. Daraus folgt, dass ein Pferd sein Umfeld nur dann deutlich sehen kann, wenn es in seiner Kopfbewegung frei ist.

Bei gerader Kopfhaltung kann das Pferd außerdem auch Gegenstände hinter sich erkennen, dies liegt an der Anatomie des Pferdes, denn es hat seine Augen ziemlich seitlich am Kopf. Der Bereich in dem es räumlich (beidäugig) sieht ist jedoch stark eingeschränkt, nur ein kleiner Bereich direkt vor dem Kopf. Das Pferd hat also einen fast vollständigen Rundumblick, es kann jedoch nicht sehen was genau vor bzw. hinter ihm geschieht (daher bitte nie einem Pferd von hinten nähern). Durch den großen "Sehbereich" und sein Weitsichtvermögen entgeht dem Pferd keine Bewegung in seiner Nähe, dadurch kann es herannahende Raubtiere früh genug erkennen und fliehen. Darunter leidet allerdings seine Fähigkeit nahe Dinge scharf zu sehen und ein Pferd wird wohl nie eine Leseratte werden, da es die Buchstaben nicht klar erkennen könnte.

Die Traubenkörner, kleine schwarzen Aufwölbungen vor der Regenbogenhaut, sind normal. Ihr Zweck ist bisher unbekannt, es wird vermutet, dass sie das Blenden von grellem Licht verhindern sollen.

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