Stroh

Stroh wird hauptsächlich als Einstreu verwendet. Da die Pferde es aber auch fressen muss es, ebenso wie Heu, von guter Qualität sein. Es besteht aus trockenen Getreidehalme, die nach der Ernte übrigbleiben.
Stroh ist sehr eiweißarm, doch beträgt der Energiegehalt immerhin 40-60 Prozent von dem des Heus, also sollte es in die Berechnung der Gesamtration mit einbeziehen. Gerade dadurch, dass Stroh so eiweißarm ist, eignet es sich um es mit Heu zu vermischen und dem Pferd so mehr Volumen zu bieten ohne den Futterwert zu erhöhen. Bei Ponys die zu Hufrehe neigen, kann Stroh eine ernstzunehmende Rauhfutterquelle darstellen.

Welches Stroh ist geeignet?
Vorweg kann man sagen, dass Sommerstroh verträglicher als Winterstroh ist. Letzteres ist oft staubig und neigt zur Pilzbildung. Gutes Stroh erkennt man daran, dass es trocken, aber staubfrei, geruchlos und goldgelb ist und glatte Halme besitzt die sich gut aufschütteln lassen.
Haferstroh ist optimal, es hat die besten Futterwerte, und wird von den Pferden gern gefressen. Leider stellt es den geringsten Anteil an allen Strohsorten. Es muss vor dem Pressen sehr gut getrocknet sein, da es wegen des relativ hohen Grünanteils leicht Schimmelpilz ansetzt.
Gerstenstroh wird auch gern genommen, nur muss man hier vorsichtig sein wegen der Grannen, die sich im ungünstigen Fall im Zahnfleisch festsetzen und dort unter Umständen tiefe Löcher verursachen können.
Am weitesten verbreitet ist das Weizenstroh. Es wird gern gefressen, ist gut verträglich und in den meisten Gegenden in ausreichender Menge zu haben. Nur sollte man sich vor der Ernte erkundigen, ob es nicht mit einem Halmverkürzer gespritzt wurde, weil es dann nur noch aus dem harten Stängel besteht und ähnlich unverträglich ist wie das Roggenstroh.
Roggenstroh wird nur dann gefressen, wenn gar nichts anderes da ist, da es zu viele Bitterstoffe enthält. Vorsicht geboten ist außerdem, weil es sehr hart ist und deswegen vor allem bei älteren Pferden zu sogenannten Anschoppungskoliken führen kann.
Der Vollständigkeit halber sollte auch Triticale-Stroh nicht unerwähnt bleiben. Es stammt aus einer Kreuzung zwischen Gerste und Roggen und scheint weder die Bitterstoffe des Roggenstrohs noch die langen Grannen des Gerstenstrohs zu enthalten, jedenfalls wird es als Futterstroh sehr gut angenommen. Wer die Möglichkeit hat, sollte einen Versuch nicht scheuen.

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