Heu

Bild von Jan van der Crabben

Es gibt große Unterschiede beim Heu. Woran erkennt man aber, ob das Heu vom Bauern um die Ecke gut oder schlecht ist? Heu ist zwar ein sehr natürliches Futtermittel, aber viele Wiesen sind durch zu häufigen Schnitt strapaziert, auf ihnen gibt es immer Kräuterbewuchs und sie werden artenarm. Dies kommt dadurch zustande, dass die Gräser sich durch den häufig zu frühen Schnitt nicht mehr aussähen können.
Eine gute Heuwiese entspricht etwa einer guten Pferdeweide. Ein wichtiges Kriterium für die Qualität des Heus ist der Schnittzeitpunkt. So enthält früh geschnittenes Heu viel Eiweiß, kaum Ballaststoffe und wenig Struktur, dadurch ist es vor allem für Pferde mit hohem Eiweißverbrauch geeignet wie z.B. Fohlen. Wird der erste Schnitt jedoch zu sehr in die Länge gezogen, so sinkt der Gehalt an Eiweiß und anderen Nährstoffen und der Rohfasergehalt steigt an. Der günstigste Zeitpunkt zum Schnitt ist zu Beginn der Blüte der hauptbestandsbildenden Gräser. Die Schnitthöhe hat Einfluss auf die Futterverschmutzung, daher ist eine Schnitthöhe von 5 bis 8 Zentimetern anzuraten. Dieses struktur- und ballaststoffreiche Heu ist gut für Sport- und Freizeitpferde geeignet. Unbedingt beachten und einhalten sollte man die 8 bis 12 Wochen andauernde Schwitzphase des Heus. In diesen Wochen nehmen Aroma und Verdaulichkeit zu und die Gifte bauen sich ab. Das ablagern schützt vor Magen und Darmproblemen der Pferde sowie auch vor Hufrehe.
Der zweite und dritte Schnitt verhält sich ähnlich. Sollte man kein gutes Heu für seine Pferde bekommen, so kann man den Ballaststoffmangel durch die vermehrte Beifütterung von Stroh ausgleichen.

Die Qualität von Heu kann man oft an Geruch und Aussehen erkennen: ist es von fast frischem grün? duftet es nach Kräutern? ist es frei von Verunreinigungen? Auch die Farbe ist von Bedeutung, Heu welches bei der Heugewinnung feucht wurde oder zu lange zum Trocknen am Boden lag ist oft ausgeblichen; feucht gepresstes oder bei der Lagerung überhitztes Heu zeigt hingegen oft eine Bräunlich-Schwarze Färbung.
Auf Verunreinigungen reagieren Pferde unterschiedlich, Steine sortieren sie meist aus, auf Erde hingegen reagieren vor allem Allergiker oft empfindlich.

Je höher der Heuanteil einer Futterration eines Pferdes ist, desto höher wird auch der Anspruch an das Heu.

Wann ist Heu trocken?
Ob Heu trocken ist kann man sehr einfach Überprüfen. Man nimmt ein Büschel Heu in die Hand und dreht es zu einem Strick zusammen. Hierbei müssen viele Halme brechen, geschieht dies nicht und verhält sich der Strick als wäre er aus Gummi, so sollte das Heu noch nicht eingefahren werden.

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