Hafer

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Hafer ist das am weitesten verbreitete Kraftfutter und Futtergetreide, wenn auch die Meinungen über seinen Nutzen auseinandergehen. Guter Hafer sollte großkörnig, geruchlos, weiß, mehlig, rund, glatt und süßlich schmeckend sein. Das Litergewicht sollte mindestens 550 Gramm betragen.
Hafer kann sowohl in ganzen Körnern als auch gequetscht verfüttert werden. Ganze Körner stimulieren den Kauvorgang und die Einspeichelung, leider werden jedoch einige Nährstoffe unverdaut ausgeschieden. Quetschhafer wird gern an jung und ältere Pferde verfüttert oder an solche mit nervösen Mägen, Verdauungsstörungen oder kaputten Zähnen. Er wird zwar besser verarbeitet, hält sich jedoch nur drei Tage und muss daher ständig neu gequetscht oder eingekauft werden.
Hafer gibt viel Kraft und macht gern übermütig, daher auch das Sprichwort "Ihn sticht der Hafer". Unreif verfütterter Hafer kann Koliken verursachen.
Hafer enthält viel Eiweiß, gute Energie, einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und Schleimstoffe, sowie Mineralstoffe. Vor allem die Fettsäuren und Schleimstoffe wirken sich positiv auf Verdauung und Haarkleid aus. Allerdings ist das Ca : P Verhältnis nicht ausgewogen d.h. wie bei vielen anderen Brotgetreiden enthält er mehr Phosphor als Calcium. Hafer wird schnell verdaut und daher stellt er auch rasch Energie bereit. Diese ist jedoch auch schnell erschöpft, bei längeren Ritten ist ein nachfüttern erforderlich.
Das Haferkorn besitzt eine relativ tiefe Spelzspalte und ist dadurch und durch den späten Erntezeitpunkt schimmelanfällig. Neben dem bekannten Gelbhafer gibt es auch noch den meist aus Frankreich stammenden Schwarzhafer. Dieser hat einen leicht nussigen Geschmack und wird von manchen Pferden bevorzugt. Die Nährstoffunterschiede sind zu vernachlässigen.

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